PROFIL

Name                    

Pascale Walker


Geboren                 

23.06.1995


Rudern                  

seit 2009


Mitgliedschaften   

Schweizerischer Ruderverband


Ruderclub             

Ruderclub Zürich


Hobbies       

Backen, Fotografieren und mit meinem Hund unterwegs sein


Sprachen 

Deutsch, Englisch

Am 23. Juni 1995 bin ich in Zürich geboren. Mit zwei Geschwistern wuchs ich in ZH-Wiedikon auf. Im Quartier habe ich den Kindergarten und die Schule bis zur Oberstufe besucht.In meiner Schulzeit habe ich verschiedene Sportarten ausprobiert. Mit 13 Jahren kam ich zum Rudern. Das hat mich auf Anhieb gefesselt – und bald drehte sich alles um diesen schönen Sport!

Mit 16 Jahren habe ich die Floristinlehre im Betrieb meiner Eltern begonnen, und packte gleichzeitig auch die Gestalterische BMS an. Zwei Schulen, die Arbeit und das Rudern unter einen Hut zu bringen, war eine grosse Herausforderung. Doch je länger alles parallel lief, umso besser gelang mir das Zeitmanagement; meine Verpflichtungen harmonisierten miteinander.

Meine dreijährige Lehre habe ich 2014 erfolgreich abgeschlossen. Die GBMS habe ich wegen meiner Ruderkarriere auf vier Jahre verlängert; im Sommer 2015 kam noch dieser zweite Abschluss dazu. Damit konnte ich gleich den Berufsbildner-Kurs machen. Damit ich die kreative Floristik möglichst gut mit dem zeitintensiven Leistungsrudern vereinbaren kann, arbeitete ich ich weiterhin im Betrieb meiner Eltern.

Doch im Herbst 2016 habe ich mich dazu entschieden die Spitzensport-Rekrutenschule zu machen. 18 Wochen Militär, wovon ich drei in der Kaserne Lyss verbrachte und 15 Wochen im Magglingen. Es war eine grossartige Möglichkeit und ich habe unglaublich davon profitiert. Mit dem Schritt in die Spitzensport-RS hat mich deutlich näher an den Elite-Kader gebracht.

Momentan verbringe ich jede Woche fünf Tage mit dem Elite-Kader in Sarnen um mich für die Saison 2017 vorzubreiten.

„U23-Bronze? Das war das beste Rennen meines Lebens“

Von Widerwillen zu Leidenschaft in wenigen Jahren

Zu Beginn deutete wenig auf eine Karriere im Rudern hin. Aber zuerst kamen viele nationale Erfolge. Pascale Walkers bisheriger sportlicher Höhepunkt war dann eine Bronzemedaille bei der U23-WM. Ruderkommentator Paul Castle fragte sie neulich, wie es dazu kam.    

PC: Wie fing für Dich das Rudern an?

PW: Als Mädchen habe ich verschiedene Sportarten ausprobiert. Mit 13 Jahren hat mich eine Freundin zum Ruderclub Zürich (RCZ*) mitgenommen. Das war an einem kalten Sonntag im Februar 2009. Wir wurden in die „Ruderkiste“ gesteckt, um den Bewegungsablauf zu erlernen. Am liebsten wäre ich gleich wieder heimgegangen. Ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie man sich für diesen Sport begeistern kann!

Zum Glück konnte Deine Freundin Dich aber doch noch überzeugen, wieder zu kommen. Wie ging die Geschichte dann weiter?

Kurz darauf stand die erste Regatta an – die aber abgesagt wurde. Ehrlich gesagt, waren wir ganz froh darüber! Wir hatten nämlich noch keinen Schimmer, was zu tun war.

Zu diesem Zeitpunkt habt Ihr noch mit dem benachbarten Grasshopper Club trainiert – der aber keine Frauen als Mitglieder aufnimmt…

Richtig. Aber nach meiner ersten Schweizer Meisterschaft (SM) stellte der RCZ einen eigenen Profi-Trainer ein, Peter Mansfeld. Bei ihm habe ich die nächsten sechs Jahre trainieren und rudern gelernt. Für andere Sportarten blieb immer weniger Zeit übrig, bis ich mich schliesslich voll aufs Rudern konzentrierte. Es machte mir immer mehr Spass. Unter Peters Leitung folgten diverse Wettkämpfe mit Erfolgen, darunter SM-Titel auf dem Wasser und dem Ergometer#.

Heutzutage fährst Du – vor allem international –  meistens im Skiff. War das schon immer so?

Nein, ich bin eigentlich ein Team-Mensch. Mit meiner Freundin Stéphanie fand ich beim RCZ eine Bootspartnerin, auf die ich mich stets verlassen konnte. In fast allen Rennen waren wir gemeinsam am Start. Auch als ich 2012 in den nationalen Kader kam, fuhr ich in Mannschaftsbooten.

Wie fing Deine Karriere im rot-weissen Einteiler an?

Mein erster Start für den Schweizerischen Ruderverband (SRV§) war an der Internationalen Junioren-Regatta in München. Aufgrund unserer Leistungen wurden wir für die Junioren-EM und -WM selektioniert. Europäisch schlossen wir mit dem fünften und bei der Weltmeisterschaft mit dem zehnten Rang ab. Im Jahr darauf fuhr ich bei der Junioren-EM im Einer, aber bei der Junioren-WM sass ich wieder im Doppelvierer.

Bereits als Juniorin hast Du etliche nationale Medaillen gewonnen. Aber dann kam der Wechsel in den U23-Bereich. Er ist für viele Athleten ein schwieriger Schritt. Wie lief das bei Dir?

2014 war mein erstes U23-Jahr. Die Saison fing sehr erfolgreich an. An den Swiss Rowing Indoors wurde ich in der offenen Kategorie Zweite. Bei den Schweizer Meisterschaften auf dem Rotsee resultierten ein erster und ein zweiter Platz. Ich war die einzige U23-Athletin bei den Schwergewichten. So blieb mir nichts anderes übrig, als in den Einer zu steigen. Mit dem zweiten Rang an der Internationalen Hügelregatta in Duisburg qualifizierte ich mich für meine erste U23-WM in Varese, Italien. Gegen die grosse Konkurrenz konnte ich noch nicht viel ausrichten. Mir fehlte es an Erfahrung und vielen Kilometern im Skiff. Ich belegte den elften Rang.

Nur ein Jahr später hast Du dann aber die Bronzemedaille gewonnen. War das zu erwarten?

Für mich war der Podestplatz eine grosse Überraschung! Allerdings hatte die Saison 2014/15  sehr gut begonnen. An den Swiss Rowing Indoors holte ich meinen ersten Titel in der offenen Kategorie mit einer persönlichen Bestzeit. Bald darauf kam es aber unerwartet zum Trainerwechsel im RCZ. Den Platz von Peter Mansfeld nahm Eberhard Rehwinkel ein. Eberhard führte uns durch die angebrochene Saison erfolgreich weiter. Mit Gold in beiden Rennen konnte ich an der SM ein solides Ergebnis erzielen.

Wieso war die WM-Medaille dennoch eine Überraschung?

Nun, ich war wieder die einzige U23-Athletin in der offenen Kategorie. Das heisst, ich musste mich im Training immer alleine durchbeissen, ohne Bootspartnerin. Dazu fand die WM in Bulgarien bei grosser Hitze statt. Das ist normalerweise nicht so mein Ding. Ich glaube aber, das Finale war das bislang beste Rennen meines Lebens. Mit viel Ehrgeiz schaffte ich es in der entscheidenen Phase, mich an drei Booten vorbeizuschieben.

Diese Medaille war Deine erste an einer WM. Was hat sie für Dich für einen Stellenwert?

Sie zu gewinnen, war und bleibt ein unglaubliches Gefühl. Das motiviert enorm für die kommenden Jahre!