Name

Pascale Walker

Geboren

23.06.1995

Rudern

seit 2009

Mitgliedschaften

Schweizerischer Ruderverband

Ruderclub

Ruderclub Zürich

Hobbiers

Backen, Fotografieren und mit meinem Hund spazieren

Sprachen

Deutsch, Englisch

Sprachen

Deutsch, Englisch

Sprachen

Deutsch, Englisch

Mein Name ist Pascale Walker. Ich wohne und rudere in Zürich. Geboren bin ich am 23. Juni 1995. Ich bin gelernte Floristin und arbeite Teilzeit im Blumenhaus Wiedikon, dem Betrieb meiner Eltern.


2009 sass ich im Ruderclub Zürich zum ersten Mal im Ruderboot. Schon drei Jahre später stand ich international am Start. Heute gehöre ich zum Elite-Kader der Nationalmannschaft und bin in der Schweiz die zweitbeste Ruderin in meiner Kategorie. Aktuell absolviere ich bis zu 18 Trainingseinheiten pro Woche. Ich trainiere auf dem Zürichsee (Ruderclub Zürich) oder dem Sarnersee. In Sarnen befindet sich das Leistungszentrum für die schweizer RudererInnen, in welchem ich jeweils von Mittwoch bis Sonntag trainiere und wohne. Dort haben wir die perfekten Trainingsbedingungen: flaches Wasser, einen Kraft- und Ergometerraum. Etliche  Trainingsstunden während der Saison werden zudem in Trainingslagern an anderen Standorten, die uns Ruderern beste Infrastruktur bieten, geleistet.


Viele meiner Wasser-Kilometer absolviere ich im Einer. In dieser Bootsklasse startete ich auch erfolgreich in all meinen vier U23 Jahren. 2018, mein erstes Jahr in der offenen Klasse, sprich älter als 23 Jahre, ruderte ich im Doppelzweier mit Valerie Rosset vom Seeclub Sempach. Seit bald acht Jahren starte ich in den schweizer Farben und möchte die Schweiz auch weiterhin auf internationalem Niveau vertreten. Ich konnte bereits einige Erfolge einfahren (siehe Erfolge), doch für 2020 möchte ich an die Olympiade!

Von Widerwillen zu Leidenschaft in wenigen Jahren

Ein Interview mit Ruderkommentator Paul Castle.

Wie fing für Dich das Rudern an?

Als Mädchen habe ich verschiedene Sportarten ausprobiert. Mit 13 Jahren hat mich eine Freundin
zum Ruderclub Zürich (RCZ*) mitgenommen. Das war an einem kalten Sonntag im Februar 2009. Wir
wurden in die „Ruderkiste“ gesteckt, um den Bewegungsablauf zu erlernen. Am liebsten wäre ich
gleich wieder heimgegangen. Ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie man sich für
diesen Sport begeistern kann!

Zum Glück konnte Deine Freundin Dich aber doch noch überzeugen, wieder zu kommen. Wie
ging die Geschichte dann weiter?

Kurz darauf stand die erste Regatta an – die aber abgesagt wurde. Ehrlich gesagt, waren wir ganz froh
darüber! Wir hatten nämlich noch keinen Schimmer, was zu tun war.

Zu diesem Zeitpunkt habt Ihr noch mit dem benachbarten Grasshopper Club trainiert – der aber
keine Frauen als Mitglieder aufnimmt…

Richtig. Aber nach meiner ersten Schweizer Meisterschaft (SM) stellte der RCZ einen eigenen Profi-
Trainer ein, Peter Mansfeld. Bei ihm habe ich die nächsten sechs Jahre trainieren und rudern gelernt.
Für andere Sportarten blieb immer weniger Zeit übrig, bis ich mich schliesslich voll aufs Rudern
konzentrierte. Es machte mir immer mehr Spass. Unter Peters Leitung folgten diverse Wettkämpfe mit
Erfolgen, darunter SM-Titel auf dem Wasser und dem Ergometer#.

Heutzutage fährst Du – vor allem international – meistens im Skiff. War das schon immer so?

Nein, ich bin eigentlich ein Team-Mensch. Mit meiner Freundin Stéphanie fand ich beim RCZ eine
Bootspartnerin, auf die ich mich stets verlassen konnte. In fast allen Rennen waren wir gemeinsam am
Start. Auch als ich 2012 in den nationalen Kader kam, fuhr ich in Mannschaftsbooten.

Wie fing Deine Karriere im rot-weissen Einteiler an?

Mein erster Start für den Schweizerischen Ruderverband (SRV§) war an der Internationalen Junioren-
Regatta in München. Aufgrund unserer Leistungen wurden wir für die Junioren-EM und -WM
selektioniert. Europäisch schlossen wir mit dem fünften und bei der Weltmeisterschaft mit dem
zehnten Rang ab. Im Jahr darauf fuhr ich bei der Junioren-EM im Einer, aber bei der Junioren-WM
sass ich wieder im Doppelvierer.

Bereits als Juniorin hast Du etliche nationale Medaillen gewonnen. Aber dann kam der Wechsel
in den U23-Bereich. Er ist für viele Athleten ein schwieriger Schritt. Wie lief das bei Dir?

2014 war mein erstes U23-Jahr. Die Saison fing sehr erfolgreich an. An den Swiss Rowing Indoors
wurde ich in der offenen Kategorie Zweite. Bei den Schweizer Meisterschaften auf dem Rotsee
resultierten ein erster und ein zweiter Platz. Ich war die einzige U23-Athletin bei den Schwergewichten.
So blieb mir nichts anderes übrig, als in den Einer zu steigen. Mit dem zweiten Rang an der
Internationalen Hügelregatta in Duisburg qualifizierte ich mich für meine erste U23-WM in Varese,
Italien. Gegen die grosse Konkurrenz konnte ich noch nicht viel ausrichten. Mir fehlte es an Erfahrung
und vielen Kilometern im Skiff. Ich belegte den elften Rang.

Nur ein Jahr später hast Du dann aber die Bronzemedaille gewonnen. War das zu erwarten?

Für mich war der Podestplatz eine grosse Überraschung! Allerdings hatte die Saison 2014/15 sehr
gut begonnen. An den Swiss Rowing Indoors holte ich meinen ersten Titel in der offenen Kategorie mit
einer persönlichen Bestzeit. Bald darauf kam es aber unerwartet zum Trainerwechsel im RCZ. Den
Platz von Peter Mansfeld nahm Eberhard Rehwinkel ein. Eberhard führte uns durch die angebrochene
Saison erfolgreich weiter. Mit Gold in beiden Rennen konnte ich an der SM ein solides Ergebnis
erzielen.

Wieso war die WM-Medaille dennoch eine Überraschung?

Nun, ich war wieder die einzige U23-Athletin in der offenen Kategorie. Das heisst, ich musste mich im
Training immer alleine durchbeissen, ohne Bootspartnerin. Dazu fand die WM in Bulgarien bei grosser
Hitze statt. Das ist normalerweise nicht so mein Ding. Ich glaube aber, das Finale war das bislang
beste Rennen meines Lebens. Mit viel Ehrgeiz schaffte ich es in der entscheidenen Phase, mich an
drei Booten vorbeizuschieben.

Diese Medaille war Deine erste an einer WM. Was hat sie für Dich für einen Stellenwert?

Sie zu gewinnen, war und bleibt ein unglaubliches Gefühl. Das motiviert enorm für die kommenden
Jahre!